" data-header-color="light" data-smooth-scrolling="1" data-responsive="1" >

Weder Grieche noch Jude

Posted by | September 25, 2015 | Fj3Blog - Deutsch | No Comments

Weder Grieche noch Jude

  1. September 2015

Das Thema über Rassentrennung und/oder kulturelle Trennung ist eines, das wir als Gemeinde nicht vollständig begriffen haben. Und auch wenn wir so tun, als ob wir uns genügend mit dem Thema befasst hätten, neigen unsere Leben dazu, das Gegenteil zu beweisen.

Unsere Rasse/Kultur ist eine Gabe Gottes und sie ist uns wichtig. Schließlich haben wir sie nicht gewählt oder irgendetwas getan, um die eine oder die andere zu verdienen.

Aber an welchem Punkt wird sie zu einer Trennung oder einem Vorurteil und hindert die Pläne Gottes?

Wenn du in diese Welt hinein geboren wirst, wirst du durch Wasser und Blut, also Fleisch geboren. Doch wenn du von oben geboren wirst, wirst du durch den Geist Gottes geboren (Johannes 3,3-9). Und obwohl deine irdische Kultur dadurch nicht verschwindet, muss sich deine irdische Kultur der himmlischen Kultur, aus der du nun „wiedergeboren“ bist, beugen.

Wenn du nun jemandem mit einer unterschiedlichen, irdischen Kultur begegnest, der aber aus dem selben Geist geboren ist, bist du mit dieser Person auf einem Level, das irdische Vorurteile und Vorzüge weit übersteigt, eins. Es wird nun unmöglich, dich höher oder geringer zu sehen als die Person einer anderen Kultur, weil ihr aus der selben, ewigen, geistlichen Kultur seid. Kann der Geist Christi niedriger oder höher gegenüber dem selben Geist Christi sein? Nein. Das ist unter keinen Umständen möglich.

Sogar wenn eine solche Person nicht aus dem selben Geist geboren ist, verlangt deine neue, himmlische Kultur, dass du deinen Nächsten in dem gleichen Maß liebst wie dich selbst, weil ihr aus dem selben Blut geschaffen wurdet (Apg. 17,26).

Viele Jahre lang war ich erstaunt über das Niveau von Rassismus und Vorurteilen in der Gemeinde, insbesondere in bestimmten Pfingstgemeinden. Ich erwähne Pfingstgemeinden aus zweierlei Gründen: Erstens, ich wuchs in der Pfingstgemeinde in Südafrika auf. Und zweitens, und das macht mich wirklich sprachlos, sind dies die Gemeinden, die behaupten, dass bei ihnen der Geist auf einem höheren Niveau gegenwärtig ist als bei allen anderen. Und doch fehlt es an der Anerkennung jenes Geistes in Menschen anderer Kulturen/Rassen.

Nach vielen Jahren, in denen ich über dieses Thema nachgedacht habe und damit gekämpft habe, selbst von meinen eigenen Vorurteilen los zu kommen, habe ich, wie ich glaube, eine Ahnung davon bekommen, warum dies so ist. Ich glaube, dass es an einem Missverständnis über die Natur Gottes liegt, mit dem wir unsere Handlungsweise uns selbst gegenüber gerechtfertigt haben.

Viele Christen haben die Auffassung, Gott sei ein Rassist, d.h., er bevorzuge eine Rasse gegenüber einer anderen. Und so ist es leicht, andere Formen der gleichen Vorurteile in uns selbst zu rechtfertigen, wenn wir sie auf uns beziehen. Diese Auffassung ist ein fatales Missverständnis vom Alten und Neuen Testament und der Neuen-Schöpfungs-Realität in Christus. Eine grausame Fehlinterpretation der Natur Gottes, des Vaters.

Das Alte Testament war nicht voreingenommen gegen andere Nationen, sondern nur eine Gebärmutter oder eine Methode, durch die Christus kommen würde, um für alle Nationen einen Weg zu bahnen. Es war das Gerüst für das wahre, ewige Gebäude Christi und der Gemeinde. Ist der Weg erst einmal gebahnt, wird das Gerüst entfernt, und es gibt keinen anderen Weg mehr.

Im Neuen Testament schreibt Paulus in Römer 10,12: „Es gibt keinen Unterschied zwischen Juden und Griechen…“ und noch einmal in Galater 3,28: „Da ist weder Jude noch Grieche…“ und ein weiteres Mal in Kolosser 3,11: „Wo es weder Griechen noch Juden gibt…“

Diese zwei Kulturen waren natürlich die zwei Hauptkulturen, denen Paulus diente. Ich denke, dass wenn Paulus heute leben würde, es folgendermaßen geschrieben wäre: „Weder Schwarz noch Weiß“, oder „Weder Maori noch Brite“, oder „Weder Araber noch Jude“.

Aus irgendeinem Grund gibt es immer noch Christen, die sich darüber freuen, wenn Araber getötet werden, jedoch wehklagen, wenn Juden umgebracht werden. Als ob das Leben des Arabers auf irgendeine Weise weniger wertvoll wäre als das des Juden. (Das gleiche geschah über viele Jahre hinweg in meinem eigenen Land zwischen „Weißen“ und „Schwarzen“, und für die Gemeinde war das völlig okay.) Doch ich weiß, dass viele mit dieser Denkweise sich auch selbst als überlegen ansehen gegenüber Kulturen und Rassen, unter denen sie leben. Dies ist nicht die Denkweise Christi, und dies ist nicht das Herz und das Verlangen Gottes.

Wir haben Christus gewählt, und abgesehen davon, sind wir für das Wohlergehen jeder Nation, jedes Stammes und jeder Sprache.

Ein Herr, ein Geist, eine himmlische Familie.

In Christus

Frans (Heide aus französischem Geschlecht)

Leave a Reply