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Wir kehren nicht nach Eden zurück

Posted by | September 17, 2016 | Fj3Blog - Deutsch | No Comments

 

Drei Gründe, weshalb wir nicht nach Eden zurückkehren

Liebe Freunde,

Eden ist nicht der Ort, an den wir versuchen, zurückzukommen. Es ist nicht der Ort, an den wir uns hin sehnen. Unsere Hoffnung ist die auf Herrlichkeit, weil Christus in uns ist. Und was das schlussendlich hervorbringen wird, wird Adams vorherigen gefallenen Zustand klein erscheinen lassen.

Was ich euch nahelegen möchte, ist, dass es mit Eden viel mehr so war, wie wenn man ein Ultraschallbild eines wunderschönen, aber noch unreifen Babys in der Gebärmutter Gottes betrachtet. Wir konnten dort nicht bleiben, es war unausweichlich, dass wir in die Wildnis dieses Lebens entlassen werden mussten, um dieser ausgesetzt zu werden – doch all dies geschah, um in den reifen, korporativen Sohn Gottes hinein zu wachsen.

Bitte erlaube mir, dir einige Gründe zum Überdenken nahezubringen:

  1. Wir wurden unreif geschaffen

Reife hätte sich nicht dafür entschieden, Gott den Gehorsam zu verweigern. Die Wahl des Menschen, sich von Gott abzutrennen, ist der Beweis, dass wir uns noch immer im Prozess befanden, zum Ebenbild Gottes zu werden. Genauso, wie das Licht, das Gott in Existenz sprach, bis heute noch durch die Geburt von Sternen in unserem Universum Gestalt annimmt, so formt sich auch weiterhin Sein Bild und Seine Gestalt im Menschen. Das Baby im Leib seiner Mutter ist deren Bild und Gestalt, jedoch in Säuglingsform. Es ist noch nicht die Erscheinungsform der endgültigen Erwartung seiner Eltern.

Es erscheint unwahrscheinlich, dass die reife Gestalt und das reife Ebenbild Gottes sündigen und im Ungehorsam vom Baum essen würde. Doch Gott, der von der innewohnenden Unzulänglichkeit im Menschen wusste, erschuf den Menschen auf diese Weise, um sein Wachstum in das Bildnis und die Gestalt Gottes zu initiieren.

Sünde (Unzulänglichkeit/Unreife) ist nicht nur dann Sünde, wenn sie sich manifestiert. Zum Beispiel: Eine Person, die unreif handelt, handelt unreif aufgrund der Unreife, die sich bereits in ihr befindet. Adams Unreife, obwohl sie sich erst dann manifestierte, als er die Frucht aß, war bereits in ihm. Wir wurden mit unserer Unreife geschaffen, damit wir ihr entwachsen können. Wir kennen dieses Prinzip gut, wenn wir als Eltern unsere Kinder zur Welt bringen. Sie sind wunderschön und „vollkommen“, aber sie sind noch nicht das, was sie einst vollständig sein werden – reif.

Ferner war auch die Herrschaft des Menschen unvollständig. Die Schlange, eines der kriechenden Kreaturen, über die Adam hätte herrschen sollen, setzte sich gegen ihn durch und überwand ihn. Die Schlange befand sich unter seiner Herrschaft, und doch konnte sie ihn täuschen.

  1. 2. Wir wurden ohne den innewohnenden Geist Gottes geschaffen

Entgegen der weiterverbreiteten Überzeugung gibt es im 1. Buch Moses keine Schriftstelle, die aussagt, dass Gott Seinen Geist (hebräisch „Ruwach“) in den Menschen gab. Der Geist schwebte (1. Mose 1,2); Gottes Stimme war im Geist des Tages (Anmerkung: so die wörtliche Übersetzung aus dem Hebräischen, das Wort, das mit „Kühle“ (des Tages) übersetzt wurde, ist eigentlich das Wort für Geist (ruwach)) (1. Mose 3,8); und er rechtete mit dem Menschen (1. Mose 6,3).

In Genesis 2,7 haucht Gott den „Lebensatem“ (hebräisch „nashamah chay“) in den Menschen, und der Mensch wird daraufhin eine lebendige Seele. Dies ist der gleiche „Lebensatem“, der auch den Meerestieren, den Vögeln, Walen, dem Vieh, dem Gewürm usw. gegeben wurde (1. Mose 1,20-25). Dieser Hauch brachte Leben, biologisches Leben. Wenn dieser „Lebensatem“ der Geist Gottes wäre, dann müssten wir demnach behaupten, dass ihn auch alle lebendigen Dinge in sich haben.

Dieses Argument schmälert Adams und Evas Wert nicht, aber es fügt dem Kreuz, welches dem Menschen den Weg eröffnete, die Empfänger des Geistes Gottes zu werden, Gewicht und Bestimmung hinzu. In Adam und Eva sehen wir unsere biologische Entstehung. In Christus sehen wir unsere geistliche Entstehung. Deshalb ist Christus dem zuvor gefallenen Adam weit überlegen. Er ist die reife Version jenes Babys im Mutterleib. Adam war eine Ankündigung von Christus, jedoch in Saat-Form.

  1. Wir wurden ohne die Herrlichkeit Gottes geschaffen

Dies klingt für uns zuerst ein bisschen seltsam, aber wenn man weiter nachforscht, entdecken wir, dass nirgendwo erwähnt wird, dass die Herrlichkeit Gottes auf Adam oder Eva lag. Wir wissen, dass Gott sie segnete, doch Er segnete auch die Pflanzen und Tiere. Wir wissen, dass Gott sagte, dass sie sehr gut waren, aber die selbe Beschreibungsart wurde für alles Erschaffene verwendet – „gut“.

Es gibt jedoch keine Schriftstelle, die uns sagt, dass Adam und Eva „in Herrlichkeit gekleidet“ waren, oder dass sie „aus der Herrlichkeit fielen“ oder „die Herrlichkeit verloren haben“.

Aber wir sind bestimmt für die Herrlichkeit Gottes, bestimmt, die Träger Seines guten Rufes, Sein Zeugnis und die akkurate Repräsentation Seines Wesens und Seiner Natur zu sein.

Was den Menschen zu etwas Besonderem macht, ist die Tatsache, dass wir geschaffen wurden, um das Ebenbild und die Gestalt von Gott Selbst zu sein. Und sogar dies scheint in Eden nur im Anfangsstadium der Fall gewesen zu sein. Denk über das Folgende nach: Nachdem Adam und Eva von dem Baum der Erkenntnis über Gut und Böse gegessen hatten, reagiert Gott auf folgende Weise: (1. Mose 3,22a) „Und Gott der Herr sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner, indem er erkennt, was gut und böse ist…“

Hier tauchen zwei wichtige Fragen auf:

  1. Wenn sie bereits das vollständige, vollkommene Ebenbild und die perfekte Gestalt Gottes waren, wie konnte Gott dann von Entwicklung hinein in Sein Bild sprechen?
  2. Warum entspricht hier das Erkennen von Gut und Böse einem Prozess des Gott-Gleich-Werdens?

An diesem Punkt möchte ich gerne eine radikale Idee vorstellen: Was wir als den „Fall“ kennen, war nicht die Aufhebung dessen, was Gott für uns im Sinne hatte, sondern ein Schritt hinein in den Prozess, der uns schlussendlich in den vollkommenen Willen Gottes für uns hinein führen würde.

Mit anderen Worten, wenn das Erkennen von Gut und Böse notwendig ist, um zu werden wie Gott, dann war Eden für uns eine geplante Einrichtung, um uns in das Bildnis und die Gestalt Gottes hinein zu entwickeln.

Eden war kein Fehler in Gottes Plan, und das Kreuz nicht Plan B. Wir versuchen nicht, zurück zum Zustand zu gelangen, den Adam vor seinem Fall hatte, wir wachsen in das Bild des Sohnes hinein, eines reifen Mannes.

Wenn das wahr ist, sind wir nicht in einen Graben der Verderbtheit gefallen, sondern wir klettern kontinuierlich den Berg des Ebenbildes Gottes empor.

Kein Auge hat je gesehen, kein Ohr je gehört, was Gott bereit hält für jene, die Ihn lieben und Seinen Namen tragen.

Gnade und Frieden

Frans

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